Hände weg von unseren Kindern!
Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, werden finanziell bestraft. Demgegenüber wollen Wirtschaft und Staat möglichst viele Mütter in die Erwerbstätigkeit zwingen. Fremde Menschen betreuen währenddessen deren Kinder – mit teilweise verhängnisvollen Folgen.
Margot Honecker, Bildungsministerin der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). würde sich freuen. Ein Leben lang kämpfte sie dafür, den Eltern die Kinder wegzunehmen und die Erziehung in die Hand des Staates zu legen. Was in der marxistischen DDR selbst mit Gewalt nie richtig gelang, wird mittlerweile hierzulande freiwillig praktiziert.
Eigentlich begann alles ganz harmlos: Am 22. März 2000 startete Nationalrätin Jacqueline Fehr (SP/ZH) eine parlamentarische Initiative mit dem unverdächtigen Titel «Anstossfinanzierung für familienergänzende Betreuungsplätze». Sie forderte damit vom Bund, die Schaffung von Betreuungsplätzen durch die Gemeinden mit jährlich 100 Mio. Franken zu unterstützen. Der Nationalrat hiess den Vorstoss am 21. März 2001 gut und auch der Bundesrat war einverstanden, wollte aber die 100 Millionen auf vier Jahre aufteilen. Das Programm trat am 1. Februar 2003 in Kraft und war auf acht Jahre befristet.
Verewigtes Krippenprovisorium
Was dann folgte, war die Verewigung eines Provisoriums. 2010, 2014 und 2018 verlängerte das Parlament das angebliche «Impuls»-Programm um je weitere vier Jahre. Insgesamt sollen so bis 2021 angeblich 72’271 neue Kita-Plätze geschaffen worden sein. Bei der letzten Verlängerung 2023 beschloss das Parlament unter dem Titel «Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung», die Befristung ganz aufzuheben. Gleichzeitig tauchte erstmals die Idee auf, für die Kinderbetreuung ein neues Sozialwerk im Stil der Mutterschaftsversicherung zu schaffen. Am 5. Juli 2023 reichte eine breite Linkskoalition die Kita-Volksinitiative «Für eine gute und bezahlbare familienergänzende Kinderbetreuung für alle» ein.
Um eine Volksabstimmung zur Kita-Initiative zu vermeiden, beschloss der Ständerat am 4. Dezember 2024 mit 25 zu 15 Stimmen als Gegenvorschlag die Schaffung einer «Betreuungszulage». Damit würde die familienexterne Kinderbetreuung bis zum achten Lebensjahr unterstützt, wenn die Kinder institutionell fremdbetreut werden (Krippen, Horte, Tagesfamilien, Tagesschulen). Eine Minderheit der vorberatenden Kommission wollte auch die familiäre Betreuung durch Drittpersonen (z.B. Grosseltern) unterstützen, fand aber keine Mehrheit.
Neue Fremdbetreuungszulage
Pro Tag, den das Kind wöchentlich in der Krippe verbringt, erhalten die Eltern nun 100 Franken im Monat. Für jeden weiteren Halbtag kommen 50 Franken dazu. Wer sein Kind fünf Tage pro Woche extern betreuen lässt, erhält also bis zum achten Altersjahr 500 Franken monatlich. Die Vorlage soll die «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» fördern, weshalb Eltern erwerbstätig sein müssen. Allerdings reicht ein Minipensum mit einem Verdienst von 630 Franken/Monat. Auch Eltern, die statt zu arbeiten einen Yoga-Kurs besuchen und die Kinder hierfür in die Krippe schicken, erhalten also Geld. Die Kosten von jährlich 600 Millionen sollen mit Lohnabzügen finanziert werden. Auch Väter und Mütter, die ihre Kinder selbst betreuen, werden somit für die Finanzierung der Lifestyle-Fremdbetreuung zur Kasse gebeten – eine Ungerechtigkeit sondergleichen!
Damit sind wir beim Kern des Problems: Letztlich geht es bei der Kita-Frage eben nicht um die Erleichterung des Schicksals geplagter erwerbstätiger Mütter, sondern darum, dass der Staat möglichst früh in die Kindererziehung eingreifen will. Dies liess der Bundesrat bereits in seiner Botschaft von 2002 zur «Anstoss»-Finanzierung anklingen: Die «Fremdbetreuung der Kinder fördert deren günstige Entwicklung und Sozialisation. Sie vermittelt ihnen frühzeitig gesellschaftlich geltende Werte und verbessert ihre Integration. Heraustreten aus der Kernfamilie bedeutet eine Erweiterung des Lebensraumes und somit der Entwicklungschancen des Kindes.»
Staatliche Indoktrination
Letztlich geht es dabei um einen ideologischen Eingriff in die elterlichen Erziehungsrechte. Anstelle der Eltern soll der Staat den Kindern die «gesellschaftlich geltenden Werte» vermitteln. Hierunter fällt nicht nur der Sexualkundeunterricht («Abtreibung ist Teil der Gesundheitsversorgung»), sondern auch der korrekte Umgang mit queeren und Trans-Personen. Generell geht es darum, die Kinder frühestmöglich aus einem weltanschaulich eventuell konservativ oder religiös geprägten Elternhaus herauszuholen und in den libertären Mainstream zu integrieren. Aus dieser Sicht ist es bloss konsequent, Eltern von der finanziellen Entlastung auszuschliessen, wenn sie ihre Kinder selber betreuen und nicht an den Staat abgeben wollen.
Eine weitere Stossrichtung ist, dass das private Krippenwesen mittelfristig durch Staatskrippen abgelöst werden soll. Etwa in der Stadt Zürich gibt es heute 11 städtische Kitas, während 340 privat geführt sind. Eine Mehrheit von SP, Grünen und Alternativen beschloss deshalb kürzlich im Stadtparlament, bis 2040 mindestens einen Viertel der Kitas zu verstaatlichen. SVP und FDP beschritten den Rechtsweg, womit dieser Beschluss vorerst gestoppt wurde. Die Linke wird jedoch nicht aufgeben: Ihr Ziel ist die frühzeitige staatliche Indoktrination der Kinder.
Verkopfung statt Mutterliebe
Verstärkt wird dies durch die Tendenz, Kitas umfassend zu regulieren. Die Funktion als Hortleiterin erfordert bereits heute eine pädagogische Grundbildung (z.B. Fachfrau/-mann Betreuung EFZ) und spezifische Führungsweiterbildungen. Häufig werden 3–5 Jahre Berufserfahrung sowie Weiterbildungen auf Stufe CAS oder höhere Fachprüfungen (HFP) vorausgesetzt. Wenn nur noch ausgebildete Fachfrauen und Fachmänner Betreuung/EFZ (FaBe) zur Kinderbetreuung zugelassen sind, stellt sich unweigerlich die Frage, wie lange Mütter ohne solche spezifische Ausbildung überhaupt noch zur Erziehung ihrer eigenen Kinder berechtigt bleiben. Die KESB werden ihren Eingriffsradius diesbezüglich sicher erweitern.
Zudem will der Staat im Zeitalter des Genderismus mehr Männer für Kitas rekrutieren. Treibende Kraft hinter diesem Aktivismus ist die deutsche Titularprofessorin Julia Nentwich, die an der HSG St. Gallen zum Thema Männer in Kitas «forscht». An der pädagogischen Hochschule SG lief 2013-2017 ein vom Gleichstellungsbüro des Bundes finanziertes Programm «Gender in der KITA». Gemäss Eigenbeschrieb: «In Weiterbildung und Beratung werden Strategien für die Zusammenarbeit im Team und mit den Eltern vermittelt und Anregungen für eine genderreflektierte Arbeit mit den Kindern gegeben.» Durch die Bearbeitung von Gender-Fragen könne das Angebot auch aus Perspektive der Kinder erweitert werden. Konkretisiert wird dies mit Rollenspielen, bei denen Vorschulknaben in Stöckelschuhen durch die Kita laufen und dies nachher «in der Gruppe thematisiert» wird.
Krippen als Pädophilenhort?
Dass solcher Quatsch staatlich subventioniert wird, ist ein Skandal. Angesichts krasser Missbrauchsfälle durch Pädophile in Kinderkrippen – wie 2026 in Bern und Winterthur – dürften sich solche Verirrungen aber von selbst lösen. In Winterthur und Bern wurden mindestens 15 Kleinkinder in Krippen teils jahrelang (seit 2020) sexuell missbraucht. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler auf Laptops, Harddiscs und USB-Sticks über 800 Bilder und Filme von den Übergriffen, die der Täter selbst aufgenommen hatte.
Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle. Bereits 2011 sorgte der Fall eines Betreuers für Schlagzeilen, der in Volketswil mehrere Mädchen missbrauchte, 2019 ging es um einen Mann, der in einer St. Galler Kita Buben missbrauchte und Bilder ins Internet stellte. Und im gleichen Jahr wurde in Allschwil ein Kita-Leiter festgenommen, der sich mehrfach an Kleinkindern vergangen hatte. Wie schwerwiegend die Situation mittlerweile ist, zeigt sich in Hilferufen von Betreuerinnen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe.
System in Frage gestellt
Natürlich unternehmen die Behörden alles, um Missbrauchsfälle zu vertuschen – zumal damit das ganze Kita-System in Frage gestellt wird. In Winterthur wurde der Kita-Dachorganisation gar untersagt, nach Einreichen einer Strafanzeige Informationen an die Eltern der betroffenen Kinder weiterzugeben. Die Eltern wurden erst informiert, nachdem die Medien berichteten.
Die Anzahl Kitas in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren vervielfacht, 2024 ging eine Studie der Uni Bern bereits von knapp 4’000 Kitas im ganzen Land aus, jedes Jahr kommen rund 180 Neue hinzu – und die allermeisten sind privat geführt. Es ist absehbar, dass sich mit den spektakulären Missbrauchsfällen der Druck in Richtung Verstaatlichung der Kitas verstärken wird. Und dann hätten die linken Bildungsbürokratinnen die einmalige Gelegenheit, der staatlichen Indoktrination unserer Kinder im Stil Margot Honecker vollständig zum Durchbruch zu verhelfen.
Stopp der Diskriminierung!
Manche Mütter – vor allem Alleinerziehende – sind auf ein grosses Erwerbspensum ausser Haus angewiesen. Während dieser Zeit benötigen sie oft eine Fremdbetreuung ihrer Kinder und diese muss korrekterweise erhältlich sein. Dies heisst allerdings nicht, dass deswegen ein flächendeckendes neues Sozialwerk «Betreuungszulagen» geschaffen werden müsste. Vor allem darf es nicht sein, dass dieses neue Sozialwerk auf Kosten jener Eltern etabliert wird, die eine private Betreuung ihrer Kinder durch Familienangehörige, Verwandte oder Nachbarn organisiert haben.
Fa Barboza, unsplash.com