Aufruf zur geistlichen Umkehr


Wir veröffentlichen an dieser Stelle den Aufruf zur geistlichen Umkehr eines Mitglieds der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und Freundes des Gemeindehilfsbundes.

Sehr geehrte Kirchenverantwortliche,

wir leben in einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit und gesellschaftlicher Verrohung. Während unsere Welt in moralische und existenzielle Krisen abgleitet, verharrt die Institution Kirche in einer Lähmung, die man nur als „Wohlfühl-Religiosität“ bezeichnen kann. Man scheut den Konflikt, man vermeidet die klare Verkündigung – und wird so, wie es Paul Harvey in seiner visionären Radioansprache „If I were the Devil“ (1965) bereits warnend skizzierte, schleichend irrelevant.

Harvey beschrieb treffend, dass der Teufel die Kirche nicht zerstören müsste; es reiche völlig aus, sie zur Mittelmäßigkeit zu verführen, in der das Böse nicht mehr beim Namen genannt wird. Wenn wir den biblischen Anspruch an Wahrheit und Umkehr opfern, um niemanden zu „beunruhigen“, verraten wir unseren Auftrag. Die Bibel mahnt uns in Jakobus 4, 4 unmissverständlich: “Wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist?”

Zudem erinnert uns Matthäus 5,13 an unsere essenzielle Berufung: „ Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“

Es ist Zeit für einen Kurswechsel:

Verkündigung statt Anpassung:
Wir brauchen keine geistlichen Sozialarbeiter, sondern Hirten, die den Mut haben, Sünden beim Namen zu nennen und den rettenden Weg durch Christus kompromisslos aufzuzeigen. Wenn der Teufel gewinnen will, entmachtet er zuerst die absolute Wahrheit, ersetzt sie durch den moralischen Relativismus und lässt die Sünde als moderne Freiheit erscheinen.

Wahrheit statt Konsens:
Der Versuch, dem Zeitgeist zu gefallen, führt in die Beliebigkeit. Eine Kirche, die niemanden wehtun will, verliert ihre geistliche Autorität. Wenn der Teufel am Werk ist, sorgt er dafür, dass das Böse gut und das Gute bös genannt wird, während die Kanzeln zu Orten harmloser Plaudereien verkommen.

Die Flucht aus der Bequemlichkeit:
Statt sich hinter politischer Korrektheit zu verstecken, müssen Kirchenvertreter wieder als Propheten auftreten, die Gottes Maßstäbe in eine entfremdete Welt hineinrufen. Blicken wir auf das geopolitische Schachbrett, sehen wir das fatale Spiegelbild dieser inneren Orientierungslosigkeit: Kriege, nukleare Drohkulissen, zerrissene Bündnisse und eine globale Staatenwelt, die im Egoismus versinkt, weil der moralische Kompass fehlt – ein Zustand, den Harvey exakt prophezeite, wenn die Völker Gott aus dem Blick verlieren.

Die Gründe für den Zustand unserer Welt liegen klar auf dem Tisch! Gott serviert diese allen Kirchenvertretern auf einem Silbertablett. Und … niemand greift zu. Er fordert von uns keine Diplomatie gegenüber dem Zeitgeist, sondern Mut zur Wahrheit. Die Verkündigung muss wieder laut, klar und unmissverständlich werden. Wir müssen raus aus dem Elfenbeinturm der intellektuellen Diskussionen.

Kirchen sollten Evangelisations-Kraftwerke sein.

Die Menschen hungern nach Orientierung – geben Sie ihnen nicht das Echo der Welt, sondern das Wort Gottes.

In der Erwartung einer mutigen und entscheidenden geistlichen Erneuerung
grüße ich Sie herzlich

Ein besorgtes Gemeindemitglied

Reinhard Opitz

Referenzen:
Harvey, P. (1965/1996)
If I were the Devil. Radio Broadcast.

Die Bibel
Lutherübersetzung (2017)
Jakobus 4, 4; Matthäus 5, 13